Tante Anni hat Zucker

Tante Anni ist ist eine erfundene Person, so wie Bärbel und Claus. Sie ist aus meinen Erfahrungen mit Patienten entstanden und doch eine ganz eigene Persönlichkeit. Sie nimmt die Herausforderung an, ihre Ernährung komplett umzustellen und Gewohnheiten zu verändern.

Weil sie so viel Spass am Neuen und am Kochen entwickelt hat, hat sie eine eigene Rubrik bei den Rezepten erhalten.

Diagnose Diabetes

"Ich hab Zucker", sagt Tante Anni, und schiebt direkt hinterher: "jetzt darf ich gar nichts mehr essen!"

Viele Menschen mit Diabetes erleben eine Art Schock, wenn sie diese Diagnose bekommen. Eindringlich wird ihnen gesagt, dass jetzt Schluss sein muss mit Kuchen, Keksen, fettigem und Süßigkeiten. Es entsteht das Gefühl, jetzt all die schönen Sachen nicht mehr essen zu dürfen. Unfreiwillig. Und das erzeugt Angst und Frust. 

Begleiten wir Tante Anni ein bisschen, denn so wie ihr geht es etwa 6 Millionen Deutschen. Etwa 95% von ihnen haben - wie Anni- einen Typ 2 Diabetes.

Auffällig ist, dass die Zahl der Erkrankungen mit Diabetes vom Typ 2 steigend ist.

Tante Anni ging - wie viele - zur Routineuntersuchung zum Arzt. Die Blutwerte ergaben einen Nüchternzucker von 140 und einen "Langzeitzucker" von 7.

Normal sind Werte für Nüchternzucker von bis zu 100 und ein HBA1c Wert ("Langzeitzucker) von 5-6.

Auffällig waren bei Tante Anni auch die Blutfette. Tante Anni ist übergewichtig und bringt bei einer Größe von 1,60 ganze 85 Kilo auf die Waage, was einen BMI von 33 bedeutet. Abnehmen ist also auch angesagt, denn gerade das Bauchfett wirkt sich ungünstig auf die Gesundheit aus.

Nach dem ersten Schreck beginnt Tante Anni, sich mit ihrer Ernährung zu beschäftigen und findet heraus, dass es Nahrungsmittel gibt, die den Blutzuckerspiegel schnell, und andere, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Ein schnell ansteigender Blutzuckerspiegel bedeutet auch eine schnelle Erhöhung des Insulinspiegels, denn der Zucker soll in die Zellen eingeschleust werden. Kommt das häufig vor, nehmen die Rezeptoren für Insulin, die auf der Zelle sitzen, ab. Die Folge ist, dass die Zellen nicht mehr so gut Zucker aufnehmen und die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin ausschüttet. Die Rezeptoren für Insulin auf den Zellen nehmen weiter ab und der Teufelskreis beginnt erneut. Irgendwann ermüdet die Bauchspeicheldrüse und der Diabetes wird zur Erkrankung.

Sinn einer Ernährung ist es also, Nahrungsmittel zu wählen, die den Blutzucker langsam und nicht so hoch ansteigen lassen.

 

Faustregeln

Tante Anni lädt sich die gufa-Tabelle herunter und achtet auf Nahrungsmittel mit niedrigem Glyx. Der Glyx-Wert sagt aus, wie die Kohlenhydrate den Blutzucker verändern. Je niedriger der Glyx-Wert ist, desto langsamer steigt der Blutzucker an. Tante Anni sucht sich also die Nahrungsmittel aus, die einen niedrigen Glyx haben.

Außerdem will sie "die richtigen Fette" verwenden und deckt sich mit Olivenöl, Walnussöl, Erdnussöl und Sesamöl ein. So hat sie eine gute Auswahl an Ölen mit verschiedenen Eigenschaften. Erdnussöl eignet sich z.B. hervorragend zum Braten, weil es einen hohen "Abrauchpunkt" hat.

Fertigprodukte lässt sie links liegen, weil ihr auffällt, dass viele Produkte versteckten Zucker enthalten. (Lies dazu auch die gufa challenge) 

Sie beginnt, frisch zu kochen, entdeckt ihre Vorliebe für Gemüse und mag auch gerne mal Fleisch oder Fisch.

Sie kocht viele gufa-Rezepte nach und spürt, dass es ihr nach und nach deutlich besser geht. Auch ihre Laborwerte normalisieren sich und das Gewicht sinkt. 

"Jetzt macht Essen mehr Spaß als vor dem Zucker" denkt Tante Anni und greift zum Telefonhörer, um mit ihrer Nichte Bärbel die neuesten gufa Rezepte auszutauschen.