Der normale Alltag von Bärbel und Claus

Darf ich dir Claus vorstellen? Wir werden Claus ein wenig auf seinem Lebensweg begleiten um zu sehen, wie verschiedene Krankheiten entstehen können.
Claus ist keine reale Person und entspringt meiner Fantasie. Aber genau so verläuft ganz real bei vielen von uns der Weg in die Adipositas. Und ob das alleine nicht schon schlimm genug wäre, folgen ernsthaftere Erkrankungen. Beginnend mit erhöhtem Blutdruck und Gelenk- bzw  Rückenleiden bis hin zu Diabetes.
Claus ist beruflich mässig gestresst und ernährt sich in seinen Augen gesund. Oder jedenfalls nicht unbedingt ungesund. Sein Tag beginnt mit einem Frühstück bestehend aus 3 Scheiben Vollkornbrot. Eins mit Salami, eins mit Marmelade, eins mit Käse. Dazu trinkt Claus 2 Tassen Kaffee.
Im Büro nascht er gegen 10 Uhr einen kleinen Schokoriegel oder einige Kekse, dazu gibt es nochmal Kaffee. Jetzt kann er bis Mittag durchhalten.
Mittags geht Claus entweder in die Kantine oder holt sich beim Bäcker eine Kleinigkeit. Mal ein Brötchen mit Fleischwurst oder Salami, wobei er darauf achtet, dass es ein Vollkornbrötchen ist. Manchmal, wenn der Tag sehr anstrengend war, wählt Claus auch durchaus mal ein Stück Kuchen oder ein Schokocroissant, schliesslich braucht er Energie für den Nachmittag.
Wenn Claus in die Kantine geht, entscheidet er sich für eine kleine Mahlzeit, denn abends isst er mit seiner Frau, nennen wir sie Bärbel, warmes Essen. Also nimmt er den Salat mit Baguette oder die Tagessuppe mit Brötchen. Als Getränk eine Cola light, wegen der Kalorien.
Den Nachmittag über trinkt Claus Kaffe oder Tee, manchmal einen Saft oder noch eine Cola.
Am Abend hat seine Bärbel gekocht. Es gibt "ganz normales Essen", meist Fleisch mit etwas Gemüse und Kartoffeln oder Reis. Nudeln essen die beiden auch, dann aber mit Bolognesesosse oder, wenn es schnell gehen soll, mit einer Tomatensosse aus dem Glas.
Claus isst 2 Teller voll. Dazu trinkt er ein Bier.
Später vor dem Fernseher hat Claus die 2. Flasche Bier aufgemacht und Bärbel hat ein paar Knabbereien bereit gestellt. Salzgebäck, weil da kein Zucker drin ist.
Obwohl Claus seinen Ernährung völlig normal findet, stellt er fest, dass sein Gewicht nach und nach immer mehr steigt. Deshalb versucht er im Büro keinen Schokoriegel mehr zu essen, was ihm aber nicht immer gelingt. Als Ersatz packt er sich jetzt eine Scheibe Brot ein, knabbert etwas Salzgebäck oder einen Laugenbrezel vom Bäcker.

Auf diese Weise hat Claus es schon auf stattliche 93 Kilo gebracht. Tendenz steigend.
Einmal im Jahr geht Claus zu seinem Hausarzt zum "check up". Schon im letzten Jahr war sein Cholesterinspiegel zu hoch und sein Langzeitzuckerwert leicht angestiegen. Claus kann sich das nicht erklären, denn er isst gar nicht übermässig viel Süsses.
Auch diesesmal sind die Werte nicht in der Norm und auch sein Blutdruck  ist zu hoch. Der Arzt legt Claus ans Herz ein paar Kilo abzunehmen und Sport zu treiben. Aber das ist nicht so einfach, denn Claus ist nicht sportbegeistert und besonders im Winter, wenn es so früh dunkel wird, hat er nach der Arbeit keine Lust mehr nach draussen zu gehen.

Warum nimmt Claus stetig zu? Ob es wirklich allein an seiner mangelnden Bewegung liegt?
Nein, es liegt vor allen Dingen an seinem hohen Konsum von Weizenmehl. Weizen erhöht den Blutzucker schnell und stark, ähnlich wie ein Löffel Zucker das tut. Dabei ist es unerheblich, ob Claus ein Weissmehlbrötchen oder eins aus Vollkornmehl isst. Die schnelle Erhöhung des Blutzuckers löst eine starke Ausschüttung von Insulin aus. Insulin schleusst den Zucker in die Zellen, wo er in Fett umgebildet wird.
Je häufiger der Körper so grosse Mengen Insulin ausschütten  muss, desto insulinunempfindlicher werden die Zellen der Muskeln und der Leber, es entsteht eine Insulinresistenz. Diese Insulinresistenz stellt die Vorstufe des Diabetes dar. Später werden die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse ermüden. Der Prädiabetes mündet in eine leichte, wahrscheinlich fortschreitende Form des Diabetes.

Das wachsende Bauchfett produziert Entzündungsstoffe, die über den Pfortaderkreislauf direkt zur Leber gelangen und diese belasten. Eine Erhöhung des  Cholesterinspiegels ist die Folge. Der Arzt wird dann vermutlich Cholesterinsenker verordnen und eine Vortrag über die Risiken eines erhöhten Cholesterinspiegels für die Gefässe halten und das Schreckensbild des Herzinfarktes oder Schlaganfalls heraufbeschwören.

Weil Claus den ganzen Tag über immer wieder Weizen zu sich nimmt, schaukelt sein Blutzuckerspiegel beständig hin und her. Eine Stunde nach dem Frühstück ist sein Blutzuckerspiegel auf einem Hochstand, das Insulin beginnt mit seiner Arbeit, und nach einer weiteren Stunde ist aller Zucker in die Zellen geschleust. Jetzt sinkt  der Blutzuckerspiegel auf einen neuen Tiefstand. Claus bekommt Hunger und greift oftmals wieder zu einer weizenhaltigen Mahlzeit.


Wie kann es mit Claus weiter gehen? Solange ihm nicht klar wird, dass sein Gewicht nicht nur den Kalorien und dem Zucker, sondern auch dem Weizen geschuldet ist, wird sein Gewicht stetig steigen. Und mit ihm der Blutdruck, der Cholesterinspiegel  und der Blutzucker. Selbst wenn Claus keinen Diabetes entwickelt, wird sein Herz-Kreislaufsystem belastet sein und seine Knochen und Gelenke mit dem Gewicht zu kämpfen haben.
Im ungünstigen Verlauf wird Claus durch die permanente Abgabe von Entzündungsstoffen an den Körper eine Neigung zu Rheuma und Autoimmunerkrankungen entwickeln oder vielleicht - durch die Ausschüttung der Östrogene und/ oder die starke Übersäuerung seines Körpers- eine Krebserkrankung diagnostiziert bekommen. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Demezerkrankung steigt.
All das ist nicht zwingend der Fall, nicht jeder Mensch mit Adipositas erkrankt zwangsläufig ernsthaft, aber die die Wahrscheinlichkeit nimmt zu.

Aber wir wollen Claus gesundheitlich nicht zu sehr belasten. Stellen wir uns also vor, dass er an dieser Stelle die so genannte "Kurve" kriegt.
Bärbel bekommt durch eine Freundin den gufa-Tipp und beginnt mit der Ernährungsumstellung.
Sie versteht, warum es wichtig ist, den Körper in einer guten Basenbilanz zu halten und freut sich über das fester werdende Gewebe an ihren Beinen und die schwindende Cellulite.  Ausserdem fühlt sie sich weniger müde, das Immunsystem wird stärker und auch bei ihr schwinden einige Pölsterchen an den Hüften. Sie stellt fest, dass ihr wieder einige Lieblingskleidungsstücke passen, die seit einigen Jahren, weil sie zu eng geworden waren, im Schrank aufbewahrt wurden.
Auch Bärbels Allergien wurden weniger, Nahrungsmittel, die sie bislang nicht mehr essen konnte, stehen jetzt wieder auf ihrem Speiseplan.

Zum Frühstück essen Claus und Bärbel jetzt pürierte Früchte mit Kefir und je 2 Esslöffeln Haferflocken. Dazu trinken sie schwarzen Kaffee. Dadurch ist Claus satt bis in den späten Vormittag. Wenn er vor der Mittagspause Hunger bekommt, isst er etwas Obst. Der basische Start in den Tag stärkt seine Konzentration. Im Büro trinkt Claus jetzt Mineralwasser, was ihm gut tut, denn sein Magen fühlt sich nicht mehr so "gereizt" an.
Mittags isst Claus in der Kantine einen Salat ohne Brot oder eine leichte Gemüsesuppe, ebenfalls ohne Brot bzw. Brötchen. Zum Bäcker geht er nicht mehr. Öfter gibt ihm Bärbel Gemüsesticks und einen Dip mit.  Appetit auf Schokolade hat Claus kaum noch, auch die Kekse kann er leicht seinen Kollegen überlassen ohne sie zu entbehren. Nach einigen Wochen fällt Claus auf, dass er schon länger keine Cola mehr getrunken hat.
Abends kocht Bärbel Gufarezepte und hat auch schon einige ihrer Lieblingsrezepte optimiert.
Beide vermissen nichts, fühlen sich sogar besser als vor der Ernährungsumstellung. Heisshunger auf süsse oder fettige Nahrung haben beide nicht mehr. Auch nicht das Gefühl, sich "etwas gönnen zu müssen", weil der Tag so anstrengend war.
Abends trinkt Claus noch seine Flasche Bier, die Knabbereien vor dem Fernseher sind zu einer kleinen Hand voll Nüsse oder einem Stück ( nicht Riegel ) dunkler Schokolade geworden.
Kuchen backt Bärbel glutenfrei, weil sie festgestellt hat, dass ihre Verdauung besser geworden ist, seit sie Weizenmehl nahezu ganz aus ihrem Speiseplan gestrichen haben.
Auch den Zucker reduziert sie sehr stark. Beide wundern sich, wie wenig sie die Süssigkeiten vermissen.


Eine Ernährungsumstellung ist jederzeit sinnvoll und sollte als dauerhafte Änderung der  Ernährungsgewohnheiten begriffen werden. Falsche Verhaltensweisen oder Bequemlichkeit haben Claus und Bärbel bis zu ihrem Höchstgewicht gebracht. Natürlich könnten sie gufa jetzt dazu nutzen einige Kilos abzunehmen um danach wieder in alte Gewohnheiten zu fallen. Aber dann beginnt der Weg in die Adipositas, und damit verbunden in die Erkrankungen, erneut.
Gufa sollte dazu beitragen, dass Claus und Bärbel ein anderes Bewusstsein dafür bekommen, wie sie ihre täglichen Mahlzeiten  zusammenstellen können. Eine gesunde Ernährung ist keine Garantie für ein Leben in völliger Gesundheit. Doch wir können durch eine basische Ernährung im Sinne von gufa erreichen, dass wir unserem Körper die beste Ausgangslage schaffen. Einige Erkrankungen werden positiv durch gufa beeinflusst, andere sogar vermieden oder gar geheilt.

 

Gufa-Tipps:


Iss nur wenn du hungrig bist!

 

Mach nichts anderes, während du isst. Lesen oder fernsehen verhindert, dass du schmeckst, was du isst. Du merkst auch nicht, wie viel du isst.

 

Wichtig ist, dass Du lernst zwischen Hunger und Essverlangen zu unterscheiden.

 

Die Portionen auf dem Teller solltest du kleiner machen.

 

Langsam essen, gut kauen und eine Pause machen, bevor du dir einen Nachschlag holst. Oft merkst du, dass du doch schon satt bist und keine 2. Portion mehr brauchst.


Du darfst auch Reste auf dem Teller lassen!

 

Bei Süssverlangen kannst du Obst essen oder Bitterstoffe zu dir nehmen. (Amaratropfen, Bittertee, im Notfall Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil).

 

Kein Obst nach 15 Uhr.

 

Keine Fertignahrung ( Würzmischungen aus der Tüte, Tütensuppen, fertige Mahlzeiten aller Art).

 

Nicht nach 19 Uhr essen.

 

Viel Wasser und Tee trinken.